Ein offener Investmentfonds, kurz als Fonds bezeichnet, ist ein Konstrukt zur Geldanlage.

1. Was ist ein Investmentfonds?

Eine Investmentfirma sammelt das Geld verschiedener Anleger zu einem Sondervermögen. Dieses gesammelte Vermögen investieren sie dann in einem oder mehreren Anlagebereichen. Der Anteilswert bemisst sich nach dem Wert des gesamten Fondsvermögens dividiert durch die Anzahl der ausgegebenen Anteile.

Da die Anleger oder Investoren Eigentümer des Sondervermögens bleiben und das Sondervermögen auch vom Vermögen der Investmentgesellschaft getrennt verwaltet werden muss, ist das Sondervermögen von der Insolvenz eines Emittenten nicht betroffen. (Ausnahme bei offenen Immobilienfonds: Hier wird die Investmentgesellschaft formal als Eigentümerin der Immobilien ins Grundbuch eingetragen.)

Als Investitionsgüter kommen neben den klassischen Investments wie Aktien, Schuldverschreibungen und Immobilien auch alle übrigen denkbaren Güter wie Weine, Edelmetalle etc. in Betracht. Durch die Streuung des Sondervermögens auf verschiedene Anlageobjekte (Diversifikation) wird das Anlagerisiko gegenüber Einzelanlagen reduziert.

2. Risiken von Investmentfonds

Das Risiko einer Anlage in Wertpapieren setzt sich aus dem Marktrisiko und dem spezifischen Risiko der einzelnen Wertpapiere, das beispielsweise bei Aktien unter anderem vom unternehmerischen Erfolg abhängt, zusammen.

2.1 Allgemeines Kapitalmarktrisiko

Die Kurse von Aktien, verzinslichen Wertpapieren und sonstigen Vermögensgegenständen können schwanken. Der Wert des Fondsanteils kann daher unter den Einstandspreis fallen.

2.2 Totalverlustrisiko

Es besteht  das Risiko des Totalverlusts der Einlage zu nennen. Bei einer Beteiligung im Rahmen eines Investmentfonds handelt es sich um eine unternehmerische Beteiligung. Solche Beteiligungen haben hohe Risiken und es können hohe Verluste bis hin zum Totalverlust entstehen.

2.3 Zinsänderungsrisiko

Kurse von verzinslichen Wertpapieren sinken tendenziell, wenn das Markt-Zinsniveau steigt. Der Wert des Fondsanteils kann daher unter den Einstandspreis fallen.

2.4 Währungsrisiken

Bei einer Anlage in Fremdwährungen kann der Wert des Fondsvermögens in Euro von Wechselkursschwankungen beeinflusst werden.

3. Wann ist ein Schadensersatzanspruch möglich?

Unabhängig von etwaigen Widerrufsrechten auf Grund eines Haustürgeschäfts oder eines Fernabsatzgeschäfts kommt die Rückabwicklung eines Investmentfonds immer dann in Betracht, wenn der Anleger von der Bank im Vorfeld des Erwerbgeschäfts nicht anleger- und anlagegerecht über alle wesentlichen Kriterien (z. B. Geeignetheit des Fonds für Anlageziele des Kunden bzw. die Risiken) des Fondserwerbs aufgeklärt wurde.

Deshalb kann im Fall der Zahlung von versteckt geflossenen Innenprovisionen (Kick-back) und mangelnder Information hierüber der Anleger verlangen, so gestellt zu werden, als hätte er die Beteiligung nicht geschlossen.

4. Möglichkeiten als Anleger

Ist nach Zeichnung einer geschlossenen Fondsbeteiligung ein Schaden entstanden, kann eine Rechtsanwaltskanzlei, dem Anleger wertvolle Unterstützung anbieten. Die Erfahrung zeigt, dass in derartigen Fällen seitens der Fondsvermittler zum Teil fehlerhaft beraten wurde oder dass die Anleger über entscheidungsrelevante Punkte, wie z.B. die Höhe der jährlichen Ausschüttung, Abschreibungshöhe, erfolgte Betriebsprüfung etc., getäuscht wurden.

5. Haftung bei falscher Beratung

Unabhängig von der wirtschaftlichen Entwicklung des Fonds bestehen Schadensersatz- und Regressansprüche des Anlegers, wenn er bei Zeichnung von seiner Bank bzw. seinem Anlageberater falsch beraten worden ist. Sollten Anleger von ihrem Anlageberater oder von ihrer Bank nicht umfassend über die Risiken der Anlage aufgeklärt worden sein, so bestehen grundsätzlich Schadensersatzansprüche. Des Weiteren besteht für die Anleger die Möglichkeit, gegen die Initiatoren der Fonds und gegen den Vertrieb Schadensersatzansprüche geltend zu machen. Für den Anleger besteht die Möglichkeit, das gesamte Geld inklusive Zinsen wieder zu erhalten und von jeden Forderungen von Dritten frei gesprochen zu werden. Die Schadensersatzansprüche können sich darüber hinaus aus Prospekthaftung ergeben.

In Bezug auf die beratenden Banken bzw. Anlageberater wird regelmäßig ein zumindest konkludenter (stillschweigender) Beratungsvertrag geschlossen worden sein, mit dem umfangreiche Beratungspflichten einhergehen. Ein Beratungsvertrag kommt nach ständiger Rechtsprechung des BGH zustande, wenn – gleichgültig auf wessen Initiative – im Zusammenhang mit einer Anlageentscheidung tatsächlich eine Beratung stattfindet. Dies gilt insbesondere dann, wenn deutlich wird, dass der Beratene die besonderen Kenntnisse und Verbindungen des Beraters in Anspruch nehmen will (st. Rspr. des BGH, so in BGH, Urt. v. 04.03.1987, Az. IVa ZR 122/85, BGHZ 100, 117, 118 f.; BGH, Urt. v. 06.07.1993, Az. XI ZR 12/93, BGHZ 123, 126, 128; BGH, 24.09.2002, AZ. XI ZR 345/01, WM 2002, 2281; 2283). Eine Beratung setzt sich zusammen aus einem informatorischen Teil über anlagerelevante Information und einem empfehlenden Teil, bei dem die mitgeteilten Tatsachen vor dem Hintergrund der finanziellen Ziele und persönlichen Anlagesituation des Kunden fachmännisch interpretiert werden (BGH; Urt. v. 25.11.1981, Az. IVa ZR 286/80, WM 1982, 90, 90). Im Rahmen von Anlagebratungsverträgen bestehen umfassende Aufklärungs- und Informationspflichten des Anlageberaters gegenüber dem jeweiligen Kapitalanleger. Der Bundesgerichtshof hat in der sog. „Bond-Entscheidung“ dieses Aufklärungs- und Informationspflichten unter der Bezeichnung „anleger- und objektgerechte Beratung“ zusammenfassend dargestellt. Danach sind bei der Anlageberatung einerseits die Umstände in der Person des Kunden, zu denen insbesondere dessen Wissenstand über Anlagegeschäfte der vorgesehenen Art und dessen Risikobereitschaft gehören, zu berücksichtigen („anlegergerechte Beratung“). Andererseits hat sich die Beratung in Bezug auf das Anlageobjekt auf diejenigen Eigenschaften und Risiken zu beziehen, die für die jeweilige Anlageentscheidung wesentlich Bedeutung haben oder haben können („objektgerechte Beratung“). Dementsprechend waren Sie verpflichtet, unseren Mandanten umfassend über alle Einzelheiten und Risiken der empfohlenen Anlage aufzuklären. Dem Anleger muss mithin für seine Beitrittsentscheidung ein richtiges Bild über das Beteiligungsobjekt vermittelt werden, d. h. er muss über alle Umstände, die für seine Anlageentscheidung von wesentlicher Bedeutung sind oder sein können, insbesondere über die mit der angebotenen speziellen Beteiligungsform verbundenen Nachteile und Risiken, zutreffend, verständlich und vollständig aufgeklärt werden (BGHZ 79, 337, 344; BGH, Sen. Urt. v. 7. April 2003 – II ZR 160/02, WM 2003, 1086, 1088; v. 7. Dezember 2009 – II ZR 15/08, ZIP 2010, 176 Tz. 18; v. 22. März 2010 – II ZR 66/08, WM 2010, 972 Tz. 9). Zu dieser Aufklärung gehört neben der Aufklärung über die anlegespezifischen Risiken (s.o.) auch die Aufklärung über Rückvergütungen / Provisionen / Kick-Back-Zahlungen. Hierbei haben beratende Banken immer die Pflicht explizit über das Bestehen sowie die konkrete Höhe der Kick-Back-Zahlungen aufzuklären (BGH, Urteil v. 08.05.2012, XI ZR 262/10). Freie Berater haben dagegen eine entsprechende Aufklärungspflicht erst bei einem Schwellenwert von 15 % Vertriebsprovisionen BGH, Az. III ZR 355/02 und III ZR 359/02). Ab diesem Wert sollte die Pflicht bestehen, über Innenprovisionen zu informieren. Deshalb kann im Fall der Zahlung von versteckt geflossenen Innenprovisionen (Kick-back) und mangelnder Information hierüber der Anleger verlangen, so gestellt zu werden, als hätte er die Beteiligung nicht geschlossen.

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