1. Fehlerhafte Anlageberatung bei Immobilienfonds

Fehlerhafte Anlageberatung ist ein tagtägliches Phänomen, bundesweit. Banken, freie Berater und Vermittler haben in den letzten Jahren unzählige geschlossene Immobilienfonds an Anleger „verkauft“. Die Mehrzahl der Anleger wurde über die wesentlichen Eigenschaften und Risiken der geschlossenen Immobilienfonds nicht richtig informiert. Sofern der jeweilige Anleger zum Zeitpunkt der Beratung noch aufklärungsbedürftig war und keine umfassende, ordnungsgemäße und anleger- sowie objektgerechte Beratung stattgefunden hat, ist in der Regel von regresspflichtigen Beratungsfehlern auszugehen.

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2. Was sind geschlossene Immobilienfonds?

Mit der Zeichnung eines Immobilienfonds beteiligt sich der Anleger als Kommanditist oder über einen Treuhänder an der Fondsgesellschaft. Er muss zum Beitritt einen Gesellschaftsvertrag bzw. einen Treuhandvertrag unterschreiben, mit der er Kommanditist wird bzw. der Kommanditanteil von einem Treuhänder für den Anleger gehalten wird. Wie bei geschlossenen Fonds generell können Investoren / Anleger dem Fonds nur während des Platzierungszeitraumes beitreten. Bei der grundsätzlichen Konstruktion eines geschlossenen Immobilienfonds ist zu beachten, dass der einzelne Anleger nicht Eigentümer oder Miteigentümer der Immobilie im eigentlichen Sinne wird. Vielmehr erwirbt die Fondsgesellschaft die entsprechenden Eigentumsrechte.

Bei beiden Anlageformen erwirbt der Immobilienfonds zunächst das Eigentum an einem un-/bebauten Grundstück. Anschließend wird in der Form des Betreiberfonds die Vermietung der Räumlichkeiten der Immobilie vorgenommen, während hingegen im zweiten Fall Leasingverträge mit den Nutzern abgeschlossen werden.

Muss der Immobilienfonds erst noch eine Immobilie auf dem Grundstück errichten, so schließen sich daran eine Vielzahl von Einzelverträgen über die Bebauung an. Weiterhin müssen beim Betreibermodell eine Vielzahl von Mietverträgen geschlossen werden. Hierbei ist besonders auf günstige Konditionen zu achten ist, da die Mieteinnahmen die einzige Einnahmequelle des geschlossenen Immobilienfonds darstellen und somit für die Wirtschaftlichkeit und Renditezahlungen an die Anleger von besonderer Bedeutung sind.

Auch der Immobilien-Leasingfonds muss zuerst eine Reihe von Einzelverträgen abschließen mit dem Unterschied, dass der sich anschließende Leasingvertrag meist nur mit einem Leasingnehmer vereinbart wird, der häufig auch als Grundstücksverkäufer auftritt. Auch die Bauleitung wird meist in der Form eines Generalunternehmer- oder -übernehmervertrags auf den Leasingnehmer übertragen, sodass weitgehende Risiken aus dem Bau des Gebäudes auf den Leasingnehmern übergeh

3. Steuerliche Grundlagen von geschlossenen Immobilienfonds

In der Vergangenheit waren sind es auch heute noch als Steuersparmodelle interessant. Der geschlossene Immobilienfonds erzielt keine Einkünfte aus Gewerbebetrieb, sondern Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung nach § 21 Abs. 1 Nr. 1 EStG. Aus diesem Grund muss lediglich eine Einnahmen- Überschussrechnung gemacht werden und die Immobilie zum Privatvermögen der Anleger gerechnet. Eine steuerliche Besonderheit bei Immobilienfonds sind vor allem die Abschreibemöglichkeiten des Einkommensteuergesetzes.

Bei Immobilien-Leasingfonds kommt weiterhin der steuerliche Vorteil der Leasingerlasse sowohl auf Seiten der Fondsgesellschaft als auch auf Seiten der Leasingnehmer zum Tragen. Bei der häufigen Form des Teilamortisationsmodells muss die Immobilie wirtschaftlich dem Leasinggeber zugeordnet werden können, um etwaige Abschreibungen steuerlich geltend machen zu können. Hierzu darf z.B. die Gefahr des dauerhaften Ausfalls der Nutzung des Mietobjekts nicht auf den Leasingnehmer übertragen werden.

Um erhebliche Kosten der Grunderwerbsteuer zu sparen, die sich aus dem Gesamtkaufpreis von Grund und Boden und gegebenenfalls darauf errichteten oder zu erbauendem Gebäude zusammensetzt, ist es notwendig zwischen dem steuerpflichtigen Grundstückserwerb und der Bebauung zu trennen: Die Verträge zur Errichtung des Gebäudes sollten vom Immobilienfonds deshalb erst in zeitlichen Abstand nach Abschluss des Kaufvertrags für das Grundstück geschlossen werden.

Besondere Vorsicht ist zudem bei Änderungen des Personenbestands der Fondsgesellschaft von mind. 95% innerhalb von 5 Jahren geboten, da dies steuerrechtlich als Rechtsvorgang behandelt wird, welcher auf die Übereignung der Immobilie auf eine neue Personengesellschaft gerichtet ist und somit erneut grunderwerbsteuerpflichtig ist, § 1 Abs. 2a GrEStG

4. Spezielle Risiken einer geschlossenen Immobilienfonds

Geschlossene Immobilienfonds wurde von Banken, freien Beratern und Vermittlern oft als sichere Kapitalanlagen und zur finanziellen Absicherung im Alter (Altersvorsorge) „verkauft“. Nach der ständigen Rechtsprechung sind geschlossene Immobilienfonds jedoch keine „sicheren“ Kapitalanlagen, sie sind vielmehr als spekulative Anlagen zu qualifizieren.

Erwirbt der geschlossene Immobilienfonds ein unbebautes Grundstück treten dieselben Risiken wie für jeden anderen Grundstückskäufer auch auf: die Lage muss günstig gewählt werden, damit später auch Mieter gefunden werden können, Baugenehmigungen müssen vom Immobilienfonds eingeholt werden, die Nachbarschaftssituation muss ausgekundschaftet werden, das Risiko von Altlasten, wie z.B. Bodenverunreinigungen, besteht etc. Gerade der letzte Fall stellt ein besonders hohes Risiko für den Immobilienfonds dar, da die Beseitigung solcher Altlasten hohe Kosten verursacht auf die er sitzen bleiben kann, wenn er die Tragung dieser Gefahr nicht umfassend und wirksam auf den Veräußerer des Grundstücks übertragen hat.

Bei der Bebauung tritt der geschlossene Immobilienfonds dann zunächst als Bauherr auf. Allerdings birgt auch dies erhebliche Gefahren, da der Bauherr für die Durchführung der Bebauung rechtlich verantwortlich und demnach haftbar ist. Aus diesem Grund kann es durchaus vorteilhaft sein, ein bereit bebautes Grundstück zu erwerben. Andernfalls bestehen weitere umfassende Risiken im Hinblick auf die Durchführung der Bebauung durch unterschiedliche Drittunternehmen mit einer Vielzahl einzelner Individualverträgen sowie einzelnen Gewerken. Auf deren Bonität ist ebenso zu achten wie auf die ordnungsgemäße und zeitliche korrekte Durchführung der Arbeiten.

Wird ein schon bebautes Grundstück gekauft, spielen zusätzliche Dinge wie z.B. der technische Stand des Gebäudes eine große Rolle. Hier sollten umfassende Gutachten vor dem Kauf durch den geschlossenen Immobilienfonds eingeholt werden. Darüber hinaus können rechtliche Risiken entstehen, wenn das Gebäude bei Kauf bereits vermietet ist. Auch wenn eine solche Vermietung noch nicht stattgefunden hat, kann eine weitere Gefahr darin bestehen, dass die Verwertbarkeit des Gebäudes auf dem Markt schlecht ist und die Erst- oder auch Folgenvermietung für den Immobilienfonds zum Problem werden könnte.

Ein weiteres spezielles Risiko der geschlossenen Immobilienfonds ist das Mietausfallrisiko. Daher sollten die Mietzinszahlung als Einnahmequelle des geschlossenen Immobilienfonds durch bonitätsstarke Mieter sichergestellt werden, ein Risiko der Zahlungsunterbrechung und gegebenenfalls einer geringeren Rendite der Anleger kann dadurch minimiert werden. Zudem sollten Mietanpassungen im Vertrag geregelt werden. Instandhaltungskosten können durch Individualvereinbarungen auch auf die Mieter umgelagert werden, sowie die entstehenden Nebenkosten. Im Zusammenhang mit dem Kauf der Immobilie werden auch umfassende Versicherungen durch den Immobilienfonds abgeschlossen, die ebenfalls auf die Mieter umgelegt werden können

Sofern es sich um einen Immobilien-Leasingfonds handelt treten grundsätzlich die gleichen Risiken auf wie beim Betreibermodell. Unterschiede ergeben sich allerdings bzgl. der Gefahrtragung, welche hier noch mehr auf den Leasingnehmer übertragen wird. Tritt der Immobilienfonds als Bauherr auf wird auch hier häufig der Leasingnehmer als Verantwortlicher der Baumaßnahmen agieren und es wird zwischen ihnen ein Generalunternehmer/-übernehmervertrag geschlossen, wobei dieser dann das rechtliche sowie wirtschaftliche Risiko trägt.

Lage und Qualität der Immobilie ist im Fall eines Immobilien-Leasingfonds nicht ganz so bedeutend, da kein Erstvermietungsrisiko besteht. Der Leasingnehmer ist meist Initiator des Projekts und wird nach Fertigstellung die Räumlichkeiten leasen. Nimmt dieser sein Optionsrecht auf den Kauf der Immobilie nach Ablauf der Vertragslaufzeit jedoch nicht wahr, kann eine schlechte Lage aber trotzdem zum Problem für den Immobilienfonds werden. Dieser trägt im Ergebnis die negative Wertentwicklung der Immobilie. Außerdem noch das hieraus folgende Weiterveräußerungsrisiko.

Aus der Struktur des Immobilienfonds als Leasinggeber ergeben sich ebenfalls Besonderheiten, da diese Struktur häufig wegen der steuerlichen Geltendmachung der Leasingraten und der Abschreibungen an der Immobilie gewählt wird. Um die Leasingraten steuerlich geltend machen zu können müssen bestimmte Regelungen beachtet werden, so muss z.B. bei einer Vollamortisation die Grundmietzeit mindestens 40% und nicht höher als 90% der betrieblichen Nutzungsdauer des Gebäudes betragen.

Da es häufig nur einen Leasingnehmer gibt, ist die Bonität desselben sehr bedeutsam, da Ausschüttungen an die Anleger des Immobilienfonds auf diese Einnahmen zurückzuführen sind. Zudem ist darauf zu achten, dass trotz der weitreichenden Risikoübertragung auf den Leasingnehmer das steuerlich wirtschaftliche Eigentum beim Immobilienfonds verbleiben muss, da ansonsten Abschreibungen nicht steuerlich geltend gemacht werden können. Versicherungen sollten also auch bei diesem Modell eines Immobilienfonds nicht vernachlässigt werden, da Leistungsstörungen genauso eintreten könne

5. Immobilienfonds mit Anlageobjekten im Ausland

Durch die Investition in einem Immobilienfonds im Ausland kann der Anleger sich grundsätzlich die Immobilienkonjunktur im Ausland zunutze machen und davon profitieren. Allerdings weicht das ausländische Recht oft ganz erheblich vom deutschen Recht ab, mit der Folge, dass die tatsächlichen sowie damit zusammenhängenden wirtschaftlichen und rechtlichen Gegebenheiten nur schwer nachvollzogen werden können.

Durch die Doppelbesteuerungsabkommen, die Deutschland mit vielen Staaten abgeschlossen hat, können die Einkünfte aus der Vermietung und Verpachtung im Belegenheitsstaat der Immobilie besteuert werden, welche häufig niedrigeren Steuersätzen und höheren Freibeträgen unterliegen. In Deutschland werden die Erträge aus dem Ausland demnach von der Steuer freigestellt, wobei die Erträge früher aber noch im Rahmen des Progressionsvorbehaltes gem. § 32b EStG berücksichtigt wurden, was seit 2009 aber nur noch für Immobilien außerhalb der EU gilt.

Ein besonderes Risiko beim geschlossenen Immobilienfonds im Ausland ist das Währungsrisiko, zumindest dann, wenn das Investitionsobjekt nicht in der EU belegen ist. Hier kann sich der verändernde Wechselkurs bzw. die Währungsentw’icklung auf die Rentabilität des Fonds für den Anleger negativ auswirken.

6. Allgemeine Risiken bei geschlossenen Immobilienfonds

Wie bei allen geschlossenen Fonds weisen Immobilienfonds als unternehmerische Beteiligungen auch die allgemeinen Risiken geschlossener Fonds auf.

6.1 Totalverlustrisiko

Bei Immobilienfonds gibt es zunächst, wie bei allen geschlossenen Fonds, das Risiko des Totalverlusts der Einlage zu nennen. Bei einer Beteiligung im Rahmen eines Immobilienfonds handelt es sich um eine unternehmerische Beteiligung. Solche Beteiligungen haben hohe Risiken und es können hohe Verluste bis hin zum Totalverlust entstehen.

6.2 Zweitmarktrisiko

Immobilienfonds haben in der Regel eine Laufzeit von 10 bis 25 Jahren. Anleger die das investierte Kapital dringend benötigen, können daher die Beteiligung an dem Immobilienfonds nicht einfach kündigen, sondern müssen versuchen, die Beteiligung zu verkaufen. Jedoch ist es nicht leicht eine Beteiligung bei einer GmbH & Co. KG zu verkaufen, daher ist beim Verkauf meist ein Verlust vorhanden. Oft kann auch überhaupt nicht verkauft werden, weil sich kein Käufer findet. Es gibt keinen garantiert funktionierenden Zweitmarkt vergleichbar mit der Börse. Deshalb liegen Anleger unter dem Zweitmarktrisiko.

7.3 Finanzierungsrisiko

Meist wird bei Immobilienfonds neben dem Eigenkapital der Anleger auch Fremdkapital in Form von Bankdarlehen für die Finanzierung des Baus oder des Erwerbs der Immobilie verwendet. Zins- und Darlehenskostenrisiken sind daher die Folge, diese können den Gewinn schmälern. Eine weitere Gefahr besteht in der Möglichkeit, dass es zur Insolvenz des Immobilienfonds kommen kann, Banken können die Kredite nicht zur Verfügung stellen und sie aufkündigen.

6.4 Grauer Kapitalmarkt

Für Immobilienfonds bestehen keine staatlichen Kontrollen. Es besteht daher für Anleger die Gefahr, dass sie in den Gesellschaftsverträgen soweit benachteiligt werden, wie dies gesetzlich zulässig ist. Anleger haben keine Möglichkeit mit dem Immobilienfonds über die Regelungen zu verhandeln, diese werden vielmehr bei der Zeichnung vorgegeben.

7. Haftung bei falscher Beratung

Unabhängig von der wirtschaftlichen Entwicklung des Fonds bestehen Schadensersatz- und Regressansprüche des Anlegers, wenn er bei Zeichnung von seiner Bank bzw. seinem Anlageberater falsch beraten worden ist. Sollten Anleger von ihrem Anlageberater oder von ihrer Bank nicht umfassend über die Risiken der Anlage aufgeklärt worden sein, so bestehen grundsätzlich Schadensersatzansprüche. Des Weiteren besteht für die Anleger die Möglichkeit, gegen die Initiatoren der Fonds und gegen den Vertrieb Schadensersatzansprüche geltend zu machen. Für den Anleger besteht die Möglichkeit, das gesamte Geld inklusive Zinsen wieder zu erhalten und von jeden Forderungen von Dritten frei gesprochen zu werden. Die Schadensersatzansprüche können sich darüber hinaus aus Prospekthaftung ergeben.

In Bezug auf die beratenden Banken bzw. Anlageberater wird regelmäßig ein zumindest konkludenter (stillschweigender) Beratungsvertrag geschlossen worden sein, mit dem umfangreiche Beratungspflichten einhergehen. Ein Beratungsvertrag kommt nach ständiger Rechtsprechung des BGH zustande, wenn – gleichgültig auf wessen Initiative – im Zusammenhang mit einer Anlageentscheidung tatsächlich eine Beratung stattfindet. Dies gilt insbesondere dann, wenn deutlich wird, dass der Beratene die besonderen Kenntnisse und Verbindungen des Beraters in Anspruch nehmen will (st. Rspr. des BGH, so in BGH, Urt. v. 04.03.1987, Az. IVa ZR 122/85, BGHZ 100, 117, 118 f.; BGH, Urt. v. 06.07.1993, Az. XI ZR 12/93, BGHZ 123, 126, 128; BGH, 24.09.2002, AZ. XI ZR 345/01, WM 2002, 2281; 2283). Eine Beratung setzt sich zusammen aus einem informatorischen Teil über anlagerelevante Information und einem empfehlenden Teil, bei dem die mitgeteilten Tatsachen vor dem Hintergrund der finanziellen Ziele und persönlichen Anlagesituation des Kunden fachmännisch interpretiert werden (BGH; Urt. v. 25.11.1981, Az. IVa ZR 286/80, WM 1982, 90, 90). Im Rahmen von Anlagebratungsverträgen bestehen umfassende Aufklärungs- und Informationspflichten des Anlageberaters gegenüber dem jeweiligen Kapitalanleger. Der Bundesgerichtshof hat in der sog. „Bond-Entscheidung“ dieses Aufklärungs- und Informationspflichten unter der Bezeichnung „anleger- und objektgerechte Beratung“ zusammenfassend dargestellt. Danach sind bei der Anlageberatung einerseits die Umstände in der Person des Kunden, zu denen insbesondere dessen Wissenstand über Anlagegeschäfte der vorgesehenen Art und dessen Risikobereitschaft gehören, zu berücksichtigen („anlegergerechte Beratung“). Andererseits hat sich die Beratung in Bezug auf das Anlageobjekt auf diejenigen Eigenschaften und Risiken zu beziehen, die für die jeweilige Anlageentscheidung wesentlich Bedeutung haben oder haben können („objektgerechte Beratung“). Dementsprechend waren Sie verpflichtet, unseren Mandanten umfassend über alle Einzelheiten und Risiken der empfohlenen Anlage aufzuklären. Dem Anleger muss mithin für seine Beitrittsentscheidung ein richtiges Bild über das Beteiligungsobjekt vermittelt werden, d. h. er muss über alle Umstände, die für seine Anlageentscheidung von wesentlicher Bedeutung sind oder sein können, insbesondere über die mit der angebotenen speziellen Beteiligungsform verbundenen Nachteile und Risiken, zutreffend, verständlich und vollständig aufgeklärt werden (BGHZ 79, 337, 344; BGH, Sen. Urt. v. 7. April 2003 – II ZR 160/02, WM 2003, 1086, 1088; v. 7. Dezember 2009 – II ZR 15/08, ZIP 2010, 176 Tz. 18; v. 22. März 2010 – II ZR 66/08, WM 2010, 972 Tz. 9). Zu dieser Aufklärung gehört neben der Aufklärung über die anlegespezifischen Risiken (s.o.) auch die Aufklärung über Rückvergütungen / Provisionen / Kick-Back-Zahlungen. Hierbei haben beratende Banken immer die Pflicht explizit über das Bestehen sowie die konkrete Höhe der Kick-Back-Zahlungen aufzuklären (BGH, Urteil v. 08.05.2012, XI ZR 262/10). Freie Berater haben dagegen eine entsprechende Aufklärungspflicht erst bei einem Schwellenwert von 15 % Vertriebsprovisionen BGH, Az. III ZR 355/02 und III ZR 359/02). Ab diesem Wert sollte die Pflicht bestehen, über Innenprovisionen zu informieren. Deshalb kann im Fall der Zahlung von versteckt geflossenen Innenprovisionen (Kick-back) und mangelnder Information hierüber der Anleger verlangen, so gestellt zu werden, als hätte er die Beteiligung nicht geschlossen.

Lassen sich Beratungsfehler feststellen, hat der Anleger in der Regel folgende Ansprüche:

  • Rückzahlung des eingezahlten Kapitals,
  • entgangenen Gewinn auf das in dem Fonds gebundene Kapital,
  • Freistellung von sämtlichen Schäden, die aus den Kapitalanlagen resultieren,
  • Freistellung von der Zahlungspflicht gemäß § 172 Abs.4 HGB,
  • Freistellung von wirtschaftlichen Schäden aus einer etwaigen Inanspruchnahme Dritter gemäß § 171 HGB
  • Erstattung der außergerichtlichen Rechtsverfolgungskosten

Hilfe für Immobilienfonds-Anleger bei fehlerhaften Anlageberatung

Wir beraten und vertreten Sie außergerichtlich sowie gerichtlich gegen Banken, freie Berater und Vermittler. Erster Schritt für ein erfolgreiches Vorgehen ist das Zusammentragen von entscheidungswichtigen Informationen und deren rechtliche Bewertung durch uns. Wenn Ihnen daran gelegen ist, eine erste Einschätzung Ihres Falles zu erhalten, kann ein klärendes Telefonat mit uns hilfreich sein. Für das Gespräch zur ersten Orientierung fallen für Sie mit Ausnahme der Telefongebühren keine Kosten an.

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Sind Sie bei geschlossenen Immobilienfonds, Schiffsfonds, Medienfonds, Lebensversicherungsfonds, Containerfonds, anderen unternehmerischen Beteiligungen oder Kapitalanlagen falsch beraten worden? Wollen Sie die von Ihnen gezahlte Kreditbearbeitungsgebühr zurückfordern? Wollen Sie Ihren Darlehensvertrag widerrufen? Rufen Sie uns unverbindlich an oder schreiben eine E-Mail. Erstkontakt kostenfrei! Telefon: 0211 38 40 40 3

Um Ihnen am Telefon die Antwort zügig geben zu können, bedienen Sie sich bitte zur Vorbereitung der Erstbewertung unseres Fragebogens. Hier kann der Fragebogen herunterladen werden. Sie können uns diesen per Post, Fax oder E-Mail senden.

Kompetente Beratung bei fehlerhafter Anlageberatung

Sie über eine erste Orientierung hinaus Unterstützung erhalten möchten, so stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Wir weisen darauf hin, dass eine erste rechtliche Einschätzung eventuell nur Ansätze für Handlungsmöglichkeiten aufzeigen kann. Sollten Sie, ggf. nach erfolgter Erstberatung, eine umfassende Mandatierung wünschen, so werden wir Ihnen die zu erwartenden Gebühren selbstverständlich transparent mitteilen. Die Kosten der Erstberatung werden sodann angerechnet.

Wir beraten und vertreten Anleger im gesamten Bundesgebiet, u.a. in Bezug auf

Kostenlose Deckungsanfrage bei Ihrer Rechtsschutzversicherung

Sofern Sie rechtsschtzversichert sind, klären wir wir für Sie kostenfrei, ob diese Ihnen eine Deckungszusage erteilt und daher die Kosten der Rechtsverfolgung übernimmt. Wir übernehmen für Sie übernehmen den kompletten (oft sehr umfangreichen) Schriftverkehr mit der Rechtsschutzversicherung.

Bitte fragen Sie nicht selbst nach, da die Versicherer Anfragen von Kunden erfahrungsgemäß oft unter Berufung auf Ausschlussklauseln, die letztlich nicht einschlägig sind abweisen möchten.

Sollte Ihre Rechtsschutzversicherung Deckungszusage erteilen, so tragen Sie ohne eine gesonderte Honorarvereinbarung bzw. die mit der Versicherung vereinbarte Selbstbeteiligung kein Kostenrisiko. Dies gilt sowohl für das außergerichtliche Verfahren als auch für ein ggf. durchzuführendes Klageverfahren. Voraussetzung für den Eintritt Ihrer Rechtsschutzversicherung ist in der Regel, dass diese zum Zeitpunkt der (fehlerhaften) Beratung (!) bereits bestanden hat. Bei Fragen hierzu sollten Sie uns einfach unverbindlich ansprechen. Wir übernehmen Ihre Korrespondenz mit der Rechtsschutzversicherung.

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Beispiele von Immobilienfonds

  • Fundus Fonds
  • Medico Fonds
  • IBH Immobilienfonds
  • DCM Renditefonds
  • DBVI / Deutsche Beamtenvorsorge
  • DHB Fonds
  • DLF / Dreiländerfonds / Dreiländer Immobilienfonds
  • CFB Fonds Nr. 130
  • CFB Fonds Nr. 142
  • DFO / Deutschlandfonds
  • Fleesensee Fonds
  • DEGI International
  • DEGI Europa
  • Morgan Stanley P2 Value
  • SEB Immoinvest
  • AXA Immoselect
  • TMW Immobilien Weltfonds
  • CS Euroreal
  • KanAm Grundinvest
  • Allianz Flexi Immo
  • ATLANTIC Immobilienfonds
  • DCM Immobilienfonds
  • S&K Investment GmbH & Co. KG und die S&K Investment Plan GmbH & Co. KG
  • Wölbern Fonds