Geschlossene Containerfonds sind wie geschlossene Immobilienfonds, geschlossene Schiffsfonds oder geschlossene Flugzeugfonds unternehmerische Beteiligungen. Wenn Anleger in einen geschlossenen Containerfonds investieren, dann gehen sie eine Vielzahl allgemeiner sowie spezieller Risiken ein. Ein geschlossener Containerfonds ist als unternehmerische Beteiligung als spekulative Anlageform einzustufen.

1. Der Markt im Bereich geschlossener Containerbeteiligungen

Container werden heutzutage sehr vielfältig eingesetzt, ob Land-, See- oder Luftweg, die Möglichkeiten sind groß. 2012 waren weltweit ca. 20 Millionen Containerboxen im Einsatz. Zu den am  häufigsten benutzten Containertypen gehören die rundum geschlossenen 20-Fuß-Container und 40-Fuß-Container. Der Markt im Bereich der geschlossenen Containerfonds sollte jedoch nicht mit dem der Schifffahrtmärkte verglichen werden. Selbst nach der Finanzkrise im Jahre 2011 bestanden laut Presseberichten keine Überkapazität. Anders als Schiffsfonds berichten konnten, waren hier 98 Prozent der Leasingcontainer in Gebrauch.

2. Was ist ein Containerfonds?

Containerfonds sind in der Regel geschlossene Fonds. Anleger haben mehrere Möglichkeiten ihr Kapital anzulegen, entweder durch eine direkte oder indirekte Beteiligung. Bei einer direkten Beteiligung kauft der Anleger einen speziellen Container. Dies ist in der Regel aber nicht der Fall, es wird meistens die indirekte Beteiligung bevorzugt. Bei einer indirekten Beteiligung investiert der Anleger in einen Fonds, dieser Fonds kauft dann eine Vielzahl von Containern. Es besteht auch die Möglichkeit, dass die Fondsgesellschaft in ausländische Projekte investiert und selbst nicht die Container kauft.

Beim Kauf der Container gibt es ebenfalls verschiedene Möglichkeiten. Der Containerfonds oder die Projektgesellschaften können die Container entweder direkt beim Hersteller kaufen und anschließend an Speditionen, Reedereien oder sonstige Transportunternehmen vermieten. Oder die Container werden einem Leasingunternehmen abgekauft. Abgekaufte Container von Leasingunternehmen haben einen Vorteil, der Verwaltungsaufwand ist geringer. Die Container sind bereits vermietet und die Mietverträge gehen einfach nur auf den Containerfonds über. Auch hier gibt es wieder unterschiedliche Modelle bzw. zwei verschiedene Vertragsmöglichkeiten. Als erstes wäre dies ein sog. long-term-lease. Wie bereits am Wort long zu erkennen sind diese Verträge immer über einen langen Zeitraum abgeschlossen. Meistens sind es fünf oder mehr Jahre. Das andere Modell ist das master-lease, welches wesentlich kürzer ist und nur eine Laufzeit von 3 bis 12 Monaten hat.

Da die durchschnittliche Dienstzeit eines Containers etwa 12 Jahre beträgt, können auch während der eher kurzen Laufzeit eines Containerfonds, die meist zwischen 9 und 15 Jahren liegt, Container verkauft und Ersatz gekauft werden. Die Rendite soll zum einen natürlich durch die Vermietung erwirtschaftet werden, zum anderen aber auch durch den Verkauf am Ende der Fondslaufzeit.

3. Spezielle Risiken von geschlossenen Containerbeteiligungen

Die speziellen Risiken bei Containerfonds liegen im Besonderen in einer schwächelnden Konjunkturentwicklung und bei Störungen der Wirtschaftstätigkeit z.B. durch Kriege oder politische Unruhen. Entwickelt sich die weltweite Konjunktur rückläufig, so werden Frachtaufkommen und Frachtträgerauslastungen sinken, was zwangsläufig zu einem Nachfragerückgang für Container führt.

Die Mietpreise geraten dann unter Druck und die prognostizierte Ertragsentwicklung des Containerfonds kann nicht mehr eingehalten werden. Hinzu kommen mögliche Währungsrisiken bei ausländischen Fonds oder Fonds, die im Ausland in Landeswährung engagiert sind. Möglicherweise können auch durch eine Schadenhäufung Prämien für notwendige Versicherungen unerwartet in die Höhe schnellen, was die Kostenseite über Gebühr belasten und damit zu einer niedrigeren Rendite führen würde.

Containerfonds weisen grundsätzlich folgende speziellen Risiken auf:

  • Insolvenzrisiko des Hauptabnehmers
  • Marktrisiko – negative Veränderung der Mieteinnahmen / Pachteinnahmen
  • höhere Anschaffungspreise als prospektiert
  • Risiko des zu niedrigen Wiederverkaufspreises
  • fehlende Transportmöglichkeit bestimmter Container aufgrund nicht vorhersehbaren Umständen
  • Währungsrisiko

4. Allgemeine Risiken bei geschlossenen Fonds

Zu den speziellen Risiken geschlossener Containerfonds gesellen sich selbstverständlich die allgemeinen Risiken sog. geschlossener Fonds.

4.1 Totalverlustrisiko

Bei Containerfonds gibt es zunächst, wie bei allen geschlossenen Fonds, das Risiko des Totalverlusts der Einlage zu nennen. Bei einer Beteiligung im Rahmen eines Containerfonds handelt es sich um eine unternehmerische Beteiligung. Der Anleger geht mithin das Risiko ein, im Falle eines Totalverlustes, sein gesamtes investierte Kapital zu verlieren.

4.2 Zweitmarktrisiko

Containerfonds haben in der Regel eine Laufzeit von 10 bis 25 Jahren. Anleger die das investierte Kapital dringend benötigen, können daher die Beteiligung an dem Containerfonds nicht einfach kündigen, sondern müssen versuchen, die Beteiligung zu verkaufen. Jedoch ist es nicht leicht eine Beteiligung bei einer GmbH & Co. KG zu verkaufen, daher ist beim Verkauf meist ein Verlust vorhanden. Oft kann auch überhaupt nicht verkauft werden, weil sich kein Käufer findet (sog. mangelnde Fungibilität des geschlossenen Fonds). Es gibt keinen garantiert funktionierenden Zweitmarkt vergleichbar mit der Börse.

4.3 Finanzierungsrisiko

Meist wird bei Containerfonds neben dem Eigenkapital der Anleger auch Fremdkapital in Form von Bankdarlehen für die Finanzierung des Baus oder des Erwerbs von Containern verwendet. Zins- und Darlehenskostenrisiken sind daher die Folge. Diese können den Gewinn schmälern. Eine weitere Gefahr besteht in der Möglichkeit, dass es zur Insolvenz des Containerfonds kommen kann.

4.4 Grauer Kapitalmarkt

Für Containerfonds bestehen keine staatlichen Kontrollen. Es besteht daher für Anleger die Gefahr, dass sie in den Gesellschaftsverträgen soweit benachteiligt werden, wie dies gesetzlich zulässig ist. Anleger haben keine Möglichkeit mit dem Containerfonds über die Regelungen zu verhandeln, diese werden vielmehr bei der Zeichnung vorgegeben.

5. Haftung bei falscher Beratung

Unabhängig von der wirtschaftlichen Entwicklung des Fonds bestehen Schadensersatz- und Regressansprüche des Anlegers, wenn er bei Zeichnung von seiner Bank bzw. seinem Anlageberater falsch beraten worden ist. Sollten Anleger von ihrem Anlageberater oder von ihrer Bank nicht umfassend über die Risiken der Anlage aufgeklärt worden sein, so bestehen grundsätzlich Schadensersatzansprüche. Des Weiteren besteht für die Anleger die Möglichkeit, gegen die Initiatoren der Fonds und gegen den Vertrieb Schadensersatzansprüche geltend zu machen. Für den Anleger besteht die Möglichkeit, das gesamte Geld inklusive Zinsen wieder zu erhalten und von jeden Forderungen von Dritten frei gesprochen zu werden. Die Schadensersatzansprüche können sich darüber hinaus aus Prospekthaftung ergeben.

In Bezug auf die beratenden Banken bzw. Anlageberater wird regelmäßig ein zumindest konkludenter (stillschweigender) Beratungsvertrag geschlossen worden sein, mit dem umfangreiche Beratungspflichten einhergehen. Ein Beratungsvertrag kommt nach ständiger Rechtsprechung des BGH zustande, wenn – gleichgültig auf wessen Initiative – im Zusammenhang mit einer Anlageentscheidung tatsächlich eine Beratung stattfindet. Dies gilt insbesondere dann, wenn deutlich wird, dass der Beratene die besonderen Kenntnisse und Verbindungen des Beraters in Anspruch nehmen will (st. Rspr. des BGH, so in BGH, Urt. v. 04.03.1987, Az. IVa ZR 122/85, BGHZ 100, 117, 118 f.; BGH, Urt. v. 06.07.1993, Az. XI ZR 12/93, BGHZ 123, 126, 128; BGH, 24.09.2002, AZ. XI ZR 345/01, WM 2002, 2281; 2283). Eine Beratung setzt sich zusammen aus einem informatorischen Teil über anlagerelevante Information und einem empfehlenden Teil, bei dem die mitgeteilten Tatsachen vor dem Hintergrund der finanziellen Ziele und persönlichen Anlagesituation des Kunden fachmännisch interpretiert werden (BGH; Urt. v. 25.11.1981, Az. IVa ZR 286/80, WM 1982, 90, 90). Im Rahmen von Anlagebratungsverträgen bestehen umfassende Aufklärungs- und Informationspflichten des Anlageberaters gegenüber dem jeweiligen Kapitalanleger. Der Bundesgerichtshof hat in der sog. „Bond-Entscheidung“ dieses Aufklärungs- und Informationspflichten unter der Bezeichnung „anleger- und objektgerechte Beratung“ zusammenfassend dargestellt. Danach sind bei der Anlageberatung einerseits die Umstände in der Person des Kunden, zu denen insbesondere dessen Wissenstand über Anlagegeschäfte der vorgesehenen Art und dessen Risikobereitschaft gehören, zu berücksichtigen („anlegergerechte Beratung“). Andererseits hat sich die Beratung in Bezug auf das Anlageobjekt auf diejenigen Eigenschaften und Risiken zu beziehen, die für die jeweilige Anlageentscheidung wesentlich Bedeutung haben oder haben können („objektgerechte Beratung“). Dementsprechend waren Sie verpflichtet, unseren Mandanten umfassend über alle Einzelheiten und Risiken der empfohlenen Anlage aufzuklären. Dem Anleger muss mithin für seine Beitrittsentscheidung ein richtiges Bild über das Beteiligungsobjekt vermittelt werden, d. h. er muss über alle Umstände, die für seine Anlageentscheidung von wesentlicher Bedeutung sind oder sein können, insbesondere über die mit der angebotenen speziellen Beteiligungsform verbundenen Nachteile und Risiken, zutreffend, verständlich und vollständig aufgeklärt werden (BGHZ 79, 337, 344; BGH, Sen. Urt. v. 7. April 2003 – II ZR 160/02, WM 2003, 1086, 1088; v. 7. Dezember 2009 – II ZR 15/08, ZIP 2010, 176 Tz. 18; v. 22. März 2010 – II ZR 66/08, WM 2010, 972 Tz. 9). Zu dieser Aufklärung gehört neben der Aufklärung über die anlegespezifischen Risiken (s.o.) auch die Aufklärung über Rückvergütungen / Provisionen / Kick-Back-Zahlungen. Hierbei haben beratende Banken immer die Pflicht explizit über das Bestehen sowie die konkrete Höhe der Kick-Back-Zahlungen aufzuklären (BGH, Urteil v. 08.05.2012, XI ZR 262/10). Freie Berater haben dagegen eine entsprechende Aufklärungspflicht erst bei einem Schwellenwert von 15 % Vertriebsprovisionen BGH, Az. III ZR 355/02 und III ZR 359/02). Ab diesem Wert sollte die Pflicht bestehen, über Innenprovisionen zu informieren. Deshalb kann im Fall der Zahlung von versteckt geflossenen Innenprovisionen (Kick-back) und mangelnder Information hierüber der Anleger verlangen, so gestellt zu werden, als hätte er die Beteiligung nicht geschlossen.

Lassen sich Beratungsfehler feststellen, hat der Anleger in der Regel folgende Ansprüche:

  • Rückzahlung des eingezahlten Kapitals,
  • entgangenen Gewinn auf das in dem Fonds gebundene Kapital,
  • Freistellung von sämtlichen Schäden, die aus den Kapitalanlagen resultieren,
  • Freistellung von der Zahlungspflicht gemäß § 172 Abs.4 HGB,
  • Freistellung von wirtschaftlichen Schäden aus einer etwaigen Inanspruchnahme Dritter gemäß § 171 HGB
  • Erstattung der außergerichtlichen Rechtsverfolgungskosten

Hilfe für Containerfonds-Anleger

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Bitte fragen Sie nicht selbst nach, da die Versicherer Anfragen von Kunden erfahrungsgemäß oft unter Berufung auf Ausschlussklauseln, die letztlich nicht einschlägig sind abweisen möchten.

Sollte Ihre Rechtsschutzversicherung Deckungszusage erteilen, so tragen Sie ohne eine gesonderte Honorarvereinbarung bzw. die mit der Versicherung vereinbarte Selbstbeteiligung kein Kostenrisiko. Dies gilt sowohl für das außergerichtliche Verfahren als auch für ein ggf. durchzuführendes Klageverfahren. Voraussetzung für den Eintritt Ihrer Rechtsschutzversicherung ist in der Regel, dass diese zum Zeitpunkt der (fehlerhaften) Beratung (!) bereits bestanden hat. Bei Fragen hierzu sollten Sie uns einfach unverbindlich ansprechen. Wir übernehmen Ihre Korrespondenz mit der Rechtsschutzversicherung.

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Beispiele für Containerfonds

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  • Buss Container Fonds 3
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  • Buss Global Container Fonds 2
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